harter Aufprall … oder … Kommunikation ist doch scheisse

Kommunikation kann auch falsch sein, reden kann falsch sein. Alles falsch. Macht kaputt. Uns kaputt. Er sagt, ich solle doch einfach mal geniessen. Dabei ging es mir seit gestern abend so beschissen. Mal wieder so weit unten. Keine Ahnung, warum plötzlich so schlimm. War halt so. Hab ich auch so versucht zu sagen, auch versucht zu sagen, was mir fehlt und was ich brauche. Kam aber nicht genug. Ein Versuch eines der Kinder – schlechtes Gefühl für mich. Ein kleiner Versuch von ihm, aber nicht genug. Er ist auch müde und kaputt, das weiss ich.

Stecke wieder fest im Dunkeln, geht immer mehr abwärts. Reden ist nicht gut. Besser einfach die Klappe halten. Weiss nicht mal, ob ich das veröffentliche. Höre schon, wie die Leser stöhnen… nicht schon wieder, kitty… ja, ich weiss, nicht lernfähig. Bin halt so.

Mehr für mich, das runterzu schreiben. Habe doch Niemanden zum Reden. Keine Verwandten mehr, keine Freunde mit Zeit, keinen Arzt… kein nix. Nur ihn.

Doch er hat es auch schwer, mit Sicherheit. Das weiss ich auch. Aber je mehr Stütze ich  brauche, umso kaputter und müder ist er ausgerechnet an dem Tag. Versteht nicht, versteht falsch… keine Ahnung. Lag gestern heulend im Bett. Wollte nur von ihm ins Bett gebracht werden, geführt und beschützt. Schwankte schon und hatte Angst umzukippen. Doch er ging schon mal vor ins Bett. Ich weiss, dass er müde ist. Wir haben ja auch vorm Abendbrot im Bett gekuschelt, aber richtig bequem wars nicht.

Telefon – oh schon aufgehört. Ich will nicht telefonieren, ich will nicht arbeiten. Will in mein Bett, mich verkriechen. Will mir Schmerzen zufügen, die ich im Inneren spüre. Will aussen leiden, wie ich innen leide. Will, dass das alles aufhört. Will nicht so tief rutschen, dass mir alles egal ist. Habe doch meine zeitliche festgelegte Hürde, bis zu der ich es schaffen muss. Mein Selbstschutz. Muss funktionieren.

Fühle mich so schlecht. Ist kein Meckern, oder doch? Ist es jammern? Ja, kitty jammert und meckert schon wieder rum. Dabei hat er heute morgen was gemacht, was ich seit Wochen erhofft hatte. Nur, dass ich heute zu kraftlos war, es dadurch nicht geniessen konnte und nicht wusste, wie ich es verstehen und annehmen sollte. Es hinterfragt hat und weil er nicht mit mir geredet hat, ich nicht wusste, wie ich es annehmen soll, kann, darf. Er meinte eben, ich sollte doch einfach geniessen ohne zu hinterfragen. Es war nicht das, was ich gebraucht hatte in dem Moment. Ich wollte doch nur beschützt werden, bekuschelt, behütet, geführt und kontrolliert werden. Einfach wissen, da ist einer, der ist stärker und auf den kann ich mich verlassen. Es macht ihn schon wütend, wenn ich es scheisse finde,dass er sich abends die Ohrstöpsel ins Ohr steckt und mit dem Tablet Filme guckt, damit er nicht einschläft. Für mich fühlt es sich an als würde er sich damit aus der Verantwortung ziehen, auf mich abwälzen – weil er doch nichts sagt. Er sagt, ich solle doch nicht das Negative annehmen, sondern dran denken, dass er halt nicht einschlafen will. Ich bin der Meinung, er könne mir doch einfach sagen, dass er das jetzt macht, um nicht einzuschlafen und mich bitten, ihm Bescheid zu sagen, wenn etwas ist. So hätte ich immernoch den Eindruck, dass er die Fäden in der Hand hat, dass er die Kontrolle auch wirklich will und nicht an mich abgibt in dem Moment. Vor allem nicht, wenn ich nicht die Kraft dazu habe in dem Moment…

Irgendwas mach ich immer falsch.

Kommunikation – wichtig? Weiss nicht… wohl doch nicht…nicht immer… bei uns jedenfalls… schweigen und geniessen.. jeder geniesst dann das, was er denkt was der andere gemeint haben könnte, aber kann sich nie sicher sein. Aber dann kann man sich sicher sein, dass man schön aneinander vorbei lebt. Hurra. Das Leben, was ich mir schon immer gewünscht habe….

Immerhin hab ich heute morgen mein Halsband wiedergesehen. Das, was er mir vor Monaten (!!) mal um den Hals gelegt hat, was ich mir selbst gekauft hatte. Heute sagt er mir, ich soll es rausholen aus meinem Rucksack – als die Kinder weg sind. Also krame ich in dem auf dem Boden stehenden Rucksack, der völlig überfüllt ist und bekomme Panik, weil ich es nicht finde, weil meine Beine schwach sind, weil ich keine Kraft habe zu suchen. Dann endlich finde ich es, reiche es ihm, ohne ihn dabei anzusehen. Er stellt sich vor mich hin, öffnet es und legt es mir stumm an. Ich höre, wie es an meinem Hals hinten einrastet. Es sitzt eng, es tut aber gut. Der Druck tut meinem Hals gut, ich hab seit Montag Halsschmerzen und meine Lymphknoten sind etwas geschwollen. Dann setzt er sich an den Frühstückstisch und ich muss mitkommen. Er zieht mich stumm an der Hand und weil ich nicht gleich reagiere sagt er leise sowas wie „Hinknien“. Also lasse ich mich fast fallen auf meine Knie, weil ich so kraftlos bin und meine Gedanken wirbeln durcheinander. Fragen sich in meinem Kopf, was das soll, warum er das macht. Weil ich es angesprochen hatte vor ein paar Tagen? Weil es mir schlecht geht? Ich muss meinen Kopf auf seinen Oberschenkel ablegen, was mich sehr anstrengt heute. Er krault mir lange Rücken und Haare, das geniesse ich schon. Wenn da nur nicht die Anstrengung wäre, in dieser Position so lange auf dem harten Boden zu knien. Es ist anstrengend, aufrecht anzulehnen. Ich würde mich viel lieber embrional zusammenrollen, von mir aus auf dem schmutzigen Küchenfussboden. Aber ich mache es nicht. Warte, verharre. Er spricht nicht mit mir, dafür meine Gedanken. Sie kreisen. Sagen, dass er es gut meint. Fragen, warum er das macht. Will es einsortieren können. Kann es halt nicht einfach so geniessen. Muss doch wissen warum es passiert. Geht doch nicht…

Dann lässt er mich aufstehen, muss mir aufhelfen, damit ich hochkomme auf wackelige Beine und darf mich auf meinen Stuhl setzen. Er schmiert mir sogar mein Brot. Nach dem Frühstück nimmt er mir das Halsband wieder ab. Er sagt, das stört beim Waschen im Bad. Er lässt  es auf dem Küchentisch liegen. Später nehme ich es wieder mit in meiner Tasche, ohne ihn darauf hinzuweisen, dss die Kinder es später entdecken könnten. Schade, dass ich es nicht so geniessen konnte, wie es angemessen gewesen wäre. Wieder ein negatives Teilchen, was das Halsband besetzt. Nicht sehr förderlich denke ich. Immer ich. Mache alles kaputt mit meiner Art. Rede und Zerrede alles. Reden ist silber, schweigen ist Gold?

Mein Rücken tut weh, ich will mich verkriechen. Nein, das Gejammer und Gemecker ist noch nicht vorbei. Ich muss noch etwas durchhalten bis zur Pause. Nur was soll ich da? Muss was für die Kinder holen zu essen. Und ich? Habe die Wahl zwischen hungern und vollstopfen… im Nichts veschwinden oder platzen.

Ich hoffe, es hat keiner bis hierhin gelesen, langsam wird es peinlich. Vielleicht veröffentliche ich es aber auch nicht. Erstmal die vielen Fehler suchen. Gleich. Irgendwann…

Tut mir leid.

34 Kommentare

  1. Ich habe jetzt lange überlegt, ob ich dazu etwas schreiben soll. Ich möchte nicht, dass du das vielleicht als Kritik ansiehst Kitty, aber ich mache mir etwas Sorgen um dich.
    Kommunikation ist natürlich nicht Scheiße, sie gehört ja nun mal zum Leben und selbst, wenn man nicht miteinander spricht, kommuniziert man trotzdem non-verbal. 😉

    Ich frage mich, was ist der Grund, warum ihr nicht richtig miteinander reden könnt?
    Ihr lebt zusammen, ihr arbeitet zusammen, das kann mitunter auch eine Belastung sein, wenn man „nebenbei“ nicht eigene Hobby’s oder eigene Freunde hat.
    Habt ihr wirklich die gleichen Vorstellungen was ein Zusammenleben betrifft? Habt ihr die gleichen Wünsche?
    Hast du deinen Mann mal gefragt, was genau er sich vielleicht wünscht? Ist er vielleicht etwas überfordert, weil er deine Vorstellungen nicht so erfüllen kann?

    Wie wäre es, wenn jeder einfach mal seine Wünsche aufschreibt und dem anderen gibt? Das Ganze ein paar Tage ruhen lassen, nachdenken und dann darüber reden?

    Ich hoffe, ich trete dir nicht zu nahe, ist wirklich gut gemeint, aber du wirkst einfach soooo traurig…

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      1. Oh, liebe Kari, ich will dir nicht das Herz brechen. 😦 Ich finde das mit den Wünschen auch gut, habe JanJan gerade was dazu geschrieben. Das hatte ich so – aber mit Wünschen un Bedürfnissen, weil das was unterschiedliches ist – auch tatsächlich schon überlegt. Das war ein Denkanstoss aus dem Internet und dazu schreib ich auch nochmal was. Das ist wirklich kompliziert für mich.
        Es geht mir aber schon wieder etwas besser. 🙂

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    1. Vielen lieben Dank liebe JanJan für deine aufbauenden Worte. Ich bin froh, dass du mir geschrieben hast, das ist ja keine Kritik!! Und so kann ich damit absolut umgehen. Du wirst lachen, ich hab das schon oft überlegt allein oder mit ihm zusammen, was wir für Zukunftsvorstellungen haben. Es sah immer so aus, als wenn es sich ähneln würde, wobei ich mich halt sehr angepasst habe, weil es einfach nicht anders ging. Es war von vorneherein klar, dass ich zu ihm ziehen muss und nicht umgekehrt und dass ich in der Firma mitarbeiten muss, weil es ohne mich nicht geht… da war kein Spielraum…

      Die Idee mit den Wünschen hatte ich auch so ähnlich. Allerdings mit Wünschen und Bedürfnissen, weil das ja ein Unterschied ist. Dazu habe ich im Internet einen tollen Artikel gefunden und muss da noch drüber nachdenken und auch mit ihm besprechen. Gibt dazu auch noch einen Beitrag von mir. Ich glaub, das könnte wirklich hilfreich sein.

      Und ja, ich bin an manchen Tagen wirklich sehr traurig und das macht mir selbst Angst. Aber manchmal überkommt es mich einfach wie ein Dämon aus meinem Inneren…
      Lieben Dank und gerne weitere Anregungen, das hilft mir. Vor allem Verständnis hilft mir, dann fühlt man sich nicht so allein damit und wenn es nur hier ist. 🙂
      Es ist aber auch schon wieder etwas besser geworden…

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      1. Es freut mich, dass es dir etwas besser geht Kitty. Ich weiß mit der Kommunikation ist es nicht immer einfach und oft redet man aneinander vorbei, aber schweigen führt in der Regel noch mehr zu Missverständnissen. Eines Tages weiß man nicht mal mehr was der andere denkt, geschweige denn, was er möchte.
        Schön, wenn dir die Anregung etwas helfen konnte, ich hoffe du / ihr könnt auch etwas davon umsetzen. 😉

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        1. Ja, ich habe heute bzw. am Freitag (ist ja gerade Mitternacht durch) mit ihm darüber ansatzweise gesprochen. Also dass wir da mal überlegen, wer welche Wünsche und welche Bedürfnisse hat und wo genau der Unterschied liegt. Er selbst konnte auch erstmal nicht auf Anhieb was dazu sagen, genau wie ich erstmal Leere im Kopf hatte und gedacht hatte… Bedürfnisse? Welche hab ich denn nur? Aber wir werden uns da mal genau Gedanken machen und die dann besprechen.
          Ich glaub, nicht zu reden ist die Angst, dass die Missverständnisse noch mehr kaputt machen könnten als das Schweigen. Wenn es ständig kracht und knallt ist es ja auch nicht besonders einfach…

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    1. Die sind auf der Strecke geblieben vor 9 Jahren, weil ich so weit weg gezogen bin… das haben die Freundschaften nicht überlebt. Jetzt hab ich hier eher Bekanntschaften, die mich aber teilweise seltsam finden oder halt keine Zeit haben – sind ja alle sehr arbeitsam. Und seine Freunde sind zwar auch sehr nett, aber haben auch kaum Zeit – nicht mal für ihn oder für uns zu zweit…

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            1. Glaub mir, manchmal sind einem eigene Fehler oder Missverhalten nicht bewusst. Man kränkt, ohne es mitzubekommen – manchmal nicht mal gewollt… natürlich kann es auch ein Auseinanderentwickeln sein. Trotzdem kann man nie (wirklich nie) die Schuld nur bei einem allein suchen!

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            2. Stimmt schon, aber man sollte trotzdem nicht vergessen, Selbstreflextion zu betreiben, sonst stumpft man so ab wie die Leute, die über gar nichts nachdenken und es nicht mal merken, wenn sie andere verletzten. Das ist auch nicht gut. Man muss wohl den berühmten Mittelweg finden. 😉

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  2. Ich habe jedes Wort gelesen und keines davon muss dir peinlich oder unangenehm sein. Ich wünschte, ich wüsste, wie dir zu helfen wäre. Du steckst in einer Negativspirale, aus der du alleine wahrscheinlich keinen Ausweg finden wirst.

    Ich bin immer noch dafür, zu einem Arzt zu gehen. Vielleicht kann der dir auch was Stärkeres als Johanniskraut verschreiben. Damit du erst einmal wieder handlungsfähig wirst.

    Es ist auf jeden Fall gut, dass du hier schreibst und nicht alles in dich hineinfrisst.

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    1. Ganz lieben Dank, mic. Naja, ich bin ja eher der Typ reinfressen… aber ich versuche, das zu ändern. Mit unangenehmen Folgen zu Teil wie sowas dann. Aber er hat sich später nochmal entschuldigt und gemeint, ich hätte vielleicht doch recht. Ist auch wieder besser alles, aber trotzdem echt doof. Und Stärkeres als Johanniskraut – ich hab auch Angst vor Nebenwirkungen, dann nehm ich das Zeug nicht…

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      1. Reinfressen geht halt nur eine gewisse Zeit lang gut. Das hat mehr Nebenwirkungen als stärkere Medikamente. Es muss ja auch nicht dazu kommen, es ist nur vielleicht eine Option.

        Ansonsten heißt es bei euch wirklich Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation. Gut, dass ihr dran bleibt!

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        1. Ja, es fällt schwer, aber Kommunikation ist schon wichtig. Auch wenn es manchmal so schwer ist, dass ich dann doch eigentlich lieber nicht will – wider der Vernunft.
          Es gibt starke Medikamente, die im schlimmsten Fall tödlich sind – da ist reinfressen doch harmlos, oder? Ich nehm halt ungern Medikamente, es sei denn, ich kann die Schäden überblicken bzw. der Arzt kann mich wirklich wirklich gut überzeugen… dafür braucht es aber wirklich gute Überzeugungskraft. Mein Hausarzt weiss schon, dass er mir nicht mit was zu kommen braucht, was ich nicht nehme. Kann er sich gleich sparen…

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          1. Medikamente die tödlich sind – also, bitte, ja, von solchen Dingern sprach ich aber nicht. Ich sprach von eher leichten Antidepressiva, die z.B. auch Schmerzpatienten bekommen, um damit leichter über den Tag zu kommen. Davon ist, meines Wissens, noch niemand gestorben.

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