Eine meiner Phobien und Gedanken dazu inklusive kurzer Gedankenausflug in die Natur

Eine meiner aus der Kindheit mitgebrachten Phobien bezieht sich auf Insekten. Ich glaube, dass das anerzogen wurde. Es war so schlimm, dass ich nicht unter einem Baum sitzen konnte, ohne unruhig zu sein und nachts mussten die Fenster geschlossen bleiben, damit nichts unbemerkt ins Zimmer kommen konnte, während ich schlief. Dies habe ich Jahrzehnte beibehalten und erst angefangen, das notgedrungen der Kinder wegen langsam selbst abzubauen. Ich bin stolz auf mich (immerhin), dass ich meine Phobien (das ist ja nur eine davon) so weit im Griff habe, dass sie mein Leben nicht mehr so stark einschränken wie früher. Es hat mich viele Gedanken und Nerven gekostet, viel Selbstreflexion. Und immer der Gedanke, dass die Insekten ja vor mir Angst haben müssen und nicht ich vor ihnen. Getötet habe ich sie aber nie!! Es sind Lebewesen und basta. Und ich habe einen Ekel (ich geb es zu) vor toten Tieren. Wenn sie so gekrümmt daliegen, im Tod zusammengezogen, da wird mir schlecht. Oder überfahrene Tiere. Die tun mir natürlich in erster Linie leid. Aber sie anzuschauen bereitet mir auch Übelkeit. Aber – da finde ich den Mechanismus der Natur wieder gut. Es gibt immer gekipptAufräumtiere wie bei Insekten z. B. die Ameisen. Oder bei grossen die Maden und die Asgeier. Die Natur weiss sich zu helfen. Es ist ein ausgeklügeltes System und es fasziniert mich.  Also ignoriere ich, soweit es geht, Insekten, die sich in unsere Wohnung flüchten. Setze sie nach draussen, wenn es mir möglich ist und erkläre den Kindern, dass die Insekten gar nicht drin sein wollen, sondern viel lieber draussen. Auch sie setzen sie nach draussen und ignorieren sie. Niemals kämen sie auf die Idee, eins vorsätzlich zu töten. Schon als sie ganz klein waren habe ich mit ihnen Ameisen am Boden beobachtet und ihne erklärt, wie toll sie das machen mit den Strassen etc. Nie kamen sie auf die Idee, eine davon zu zerdrücken – ganz im Gegenteil zu den Cousins von ihnen, was ich furchtbar fand.

Nun sitzt in der Küche heute  morgen neben dem Griff innen am Fenster eine Spinne (vorsicht, Foto folgt unten direkt nach dem weiterlesen-Tag… und nur noch das!) und auch alles anpusten hat sie nicht dazu bewegt, sich von dannen zu machen, damit ich sie hinauswerfen kann. Also musste sie dort bleiben.

Ausserdem schlafen wir mit gekipptem Fenster, weil mein Herr das so möchte. Es hat mich viel Überwindung gekostet, es zuzulassen, aber es geht. Ich schlafe gut und die Luft ist toll, wenn es warm draussen ist. Im Winter ist es ihm auch zu kalt so!

Im Übrigen sah ich mal durch Zufall einen Film über das Liebesleben der Spinnen. Seit dem empfinde ich Mitleid mit den Spinnenmännchen. Es ist nämlich gar nicht so einfach für sie, das Weibchen zu begatten. Sie müssen es erst in eine Art Kurzschlaf singen, um dann hastig ihre Kinder zu zeugen, bevor die Dame wieder erwacht. Sobald sie wach wird, frisst sie das Männchen, damit sie für die Schwangerschaft genug Nährwerte hat. Soweit so gut – ausgeklügeltes System, faszinierend. Aaaaber… das Gemeine ist ja, selbst wenn das Männchen abhauen kann, stirbt es kurze Zeit sowieso! Also freut sich der Kerl erst, dass er mit dem Leben davon gekommen ist, um kurze Zeit später tot umzufallen. Das finde ich ja mal echt gemein! Also – meiner Meinung nach, wenn der Spinnenmann schon als Nahrung fürs Weibchen herhalten soll, warum kann er dann nicht einfach nach der Zeugung ohnmächtig werden oder noch besser tot umfallen? Das fände ich dann gerechter. 🙂

Und nun das Foto unserer neuesten Hausspinne:

 

Spinne

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