seine Vergesslichkeit…

… ist für mich sehr schwer zu kompensieren. Es verhindert, dass ich Kontrolle abgeben kann, weil ich nicht weiss, ob er dran denkt oder nicht. Egal in welchem Bereich. Aber es tut gut, sich das jetzt mal klargemacht zu haben. Das ist der Dreh- und Angelpunkt für alles, glaub ich. Denn… naja, erstmal zum Auslöser, denn ich erhole mich gerade im Büro nur sehr schwer von dem Schock. Wir hatten vor einiger Zeit schon ein Schreiben von der Stadt (glaub ich) bekommen, die von uns Nachweise für eins der Kinder haben wollte für die Betreuungszeit in der Schule. Also das die Kinder nachmittags in der Schule bleiben können, wenn die Eltern dafür zahlen, was beitragsmässig nach dem Einkommen berechnet wird. Ich meinte mich zu erinnern, dass wir der Schule bzw. dieser Einrichtung damals auch schon immer Nachweise vorlegen mussten zu meinem Einkommen. Und nun heisst es, dass diese fehlen und wir sie nachreichen müssen. Beim ersten Schreiben war ich noch entrüstet und dachte, die müssten sie doch haben – haben aber nichts unternommen. Und mein Freund meinte nur, das würden wir schon machen. Wir schicken einfach nochmal die Nachweise hin. Kein Problem. Und weil mir das alles zu viel war, hab ich darauf vertraut, dass er sich erinnert. Was ein Fehler war, denn natürlich hat er das auch vergessen. Ich auch. Der Fehler liegt ganz klar auch bei mir. Ich war dumm, mich darauf zu verlassen. Ich hätte es wissen müssen. Vor allem, weil es ja auch meine Sache ist. Aber ich war nicht in der Lage, mich darum zu kümmern. Manche Dinge schaffe ich einfach nicht. Nicht sofort, nicht ohne Hilfe… manchmal mit mehreren Anläufen, manchmal nur in Phasen, wo es mir so schlecht geht, dass ich in der Scheissegalhaltung dann doch was gebacken kriege…

Nichts desdo trotz kam heute morgen ein Brief wieder von der Stadt, die nun einen Betrag festgesetzt haben, den sie haben wollen – sofern wir nicht Einspruch erheben und die Nachweise vorlegen. Scheisse! Über 3.000 Euro wollen die. Die spinnen. Oder wir? Keine Ahnung, ich bin wie gelähmt. Konnte im Auto kaum noch reagieren, verwechselte Stadt mit der Betreuungseinrichtung und wurde dafür noch angeranzt – aber er entschuldigte sich dafür nachher. Trotzdem ist es blöd. Er meint zu wissen, dass wir die Belege schon als Kopien zu Hause haben. Nur wo? Und was wollen die nochmal? Ich bin nicht in der Lage zu erfassen, was genau deren Problem ist, was es nun zu unserem macht. Aber wir haben noch Zeit zu reagieren. Nur – wir dürfen es nicht wieder vergessen. Es läuft auf meinen Namen. Ganz allein auf meinen. Nur ich bin dafür zuständig, nur ich halte den Kopf hin, wenn was schief läuft. Wir dürfen es nicht vergessen. Nein, ICH darf es nicht vergessen… Meine Arme und Beine bewegen sich so schwer, ich habe einen Kloss im Hals und die Kunden am Telefon sind auch nicht gerade erheiternd. Ich habe schon wieder das Gefühl, weglaufen und mich verstecken zu wollen. Geht nicht. Durchhalten. Nur noch heute und morgen. Dann erst am Dienstag wieder! Durchatmen… gleich ist Pause, es regnet, ich brauch Luft und bekomm sie nicht. Die Regenluft ist drückend und tut mir nicht gut.

Genug gejammert – falls überhaupt noch einer bis hierher gelesen hat… Ich könnts verstehen, immer das selbe mit kitty…

Also, seine Vergesslichkeit… er sagt, sie war schon als Kind da. Er sollte da schon Konzentrationsübungen machen, die seine Mutter auch doof fand. Glaub, das war auch der Grund, warum das nicht weiter verfolgt wurde. Er schlägt sich so durchs Leben, ich finde das nervig. Ich muss mir auch einiges aufschreiben, damit es mir nicht untergeht. Er macht das nicht. Argumentation? Er vergisst dann, wo er es aufgeschrieben hat. Oder er vergisst nachzuschauen, was er sich aufgeschrieben hat oder wo… Naja. Fakt ist, dass ich glaube, dass diese Vergesslichkeit nicht einfach nur eine Macke ist, ein Makel oder vielleicht auch leicht krankhaft (weiss man ja nie). Nein, es erschwert für mich alles, denn ich brauche einen Partner, auf den ich mich verlassen kann. Der, wenn er sagt, was er machen will – egal was – dass er dann auch daran denkt und es auch macht. Oder es lässt, aber das dann begründen kann. Dass es eben nicht vergessen worden ist…

Ich brauche Zuverlässigkeit als Sicherheit, um Kontrolle abgeben zu können. Um sich wirklich führen zu lassen muss man Kontrolle abgeben können und Vertrauen entwickeln. Das kann ich nur schwer, denn mein Urvertrauen ist mir schon in der Kindheit abhanden gekommen. Aber da gab es Verlässlichkeiten. Durch Routine, durch Abläufe, die immer gleich waren. Man konnte sich immer darauf verlassen, wie das Frühstück aussah, um vieviel Uhr es Mittagessen gab, wann Abendbrot. Es gab Regeln und auf denen wurde bestanden.

Wenn er immer wieder alles mögliche vergisst, muss ich für ihn mit dran denken. Ich frage ihn schon viele Dinge – hast du daran gedacht oder daran? Ist dies oder das gewesen? Hast du dies oder das kontrolliert?

Ich würd mich einfach gern mal treiben lassen. Was nicht geht.

Selbst bei den Dingen, die unsere Beziehung bereichern sollen – macht er es nicht, weil er es vergessen hat oder weil er keinen Bock dazu hat? Nur so als Beispiel – den lilanen Plug, den wir gekauft hatten – den hatte er ganz vergessen.^^

Fazit:

Seine Vergesslichkeit macht die gewünschte (von wem auch immer) Lebens- und Arbeitsweise fast unmöglich. Jemand umsetzbare Ideen? Und nein, Schreibblöcke, Hefte etc. sind nicht praktikabel. Ich könnte ihm höchstens die wichtigsten Dinge auf den Bauch tätowieren… ähm

9 Kommentare

  1. Kitty ganz einfach:
    Wenn es um SO wichtige Dinge geht, gerade wie Behördenkram, den man einfach nicht vergessen DARF! Eine Liste anlegen, das neue immer SOFORT dazu schreiben, erledigtes streichen! Mache ich auch so, weil ich mir ja nichts so richtig merken kann und DAS hilft! 😉

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    1. Vielen Dank für den guten Tip. Ich mache ja eh gern Listen zum Abhaken etc. Das Problem bei der Sache ist, dass ja ich wieder dann dafür zuständig wäre, weil er das auch vergessen würde. Zweites Problem wär – wohin mit der Liste, damit sie niemand vergräbt? Wir sind Chaos pur! Egal, in welchem Bereich und ich hasse das. Ich liebe Ordnung, befolge sie gern, kann sie aber nur schwer selber herstellen…

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      1. Ich habe die Liste einfach in der Küche am Kühlschrank angeheftet, da falle ich garantiert jeden Tag drüber. 😉
        Auch, wenn DU dann wieder dafür zuständig bist… Hilft ja nix, wenn er es nicht macht und besser als Behördenkram zu vergessen und dann böse Konsequenzen zu erleben…

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  2. Mein Gefühl ist, dass es keine umsetzbaren Ideen gibt. Wenn er das schon als Kind hatte, wird es jetzt nicht besser werden. Ich würde sagen, ihr müsst es entweder aufgeben oder ganz anders machen. Regeln wie: er hat genau ein Heft, sein Handy, einen Kalender, wo alles aufgeschrieben wird. Oder: es müssen regeln aufgestellt werden, dass du dir alles merken und aufschreiben musst und ihm einmal am Tag Bericht erstatten musst

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