Angst

Grosse Angst. Tränen. Zusammenbruch. Aufrappeln.

Wieder zum Telefon greifen.

Kinder sind zu Hause, bin in der Firma. Versuche sie auf dem Handy zu erreichen. Mailbox sofort. Ein Handy ist ja kaputt… Versuche es auf dem Festnetz. Da geht auch keiner ran.

Auch mein Handy spinnt zwischendurch. Darum mittags ausgemacht, Akku raus, wieder zusammengebaut. Geht wieder, ältere SMS trudeln ein, die es in den letzten Tagen nicht empfangen wollte.

Freund ruft nachmittags endlich mal an. Bitte ihn, auf Whatsup zu schreiben – das hab ich nicht. Auch da keine Reaktion der Kinder. Ich mach mir Sorgen. Er sagt, was soll schon sein. Die hören das Telefon nicht und das Handy ist vielleicht zum Laden ausgestellt. Wird schon alles gut sein.

Ich habe trotzdem Angst.

Er will mich gleich holen kommen und nach Hause bringen. Ich habe Angst, dass was passiert sein könnte. Vor dem Anblick. Ertrage nur schwer diese Gedanken.

Er sagt, er will dann vielleicht nochmal zurück ins Büro, schon mal für morgen vorarbeiten.

Morgen. Morgen ist unser freier Tag, an dem er dennoch Bürodienst machen muss. Weil einfach zu viel liegen geblieben ist. Obwohl ich ihm schon so viel abnehme. Mehr mache, als ich kann. Mehr mache, als ich schaffe. Ihm immer mehr abgenommen habe und nun nicht mehr loswerde. Nicht mehr zurückgeben kann. Nicht mal 15 Minuten hat er Zeit dafür, dabei hatte ich ihn gefragt, ob er morgen kurz selbst zur Bank könne. Aber er meinte, das würde ihn zu viel Zeit kosten…

Hat er wohl recht?!

33 Kommentare

  1. Als wir solche Phasen hatten, wurde es regelmäßig Zeit für neues Geschirr, weil wir uns das alte gegenseitig an den Kopf geschmissen haben.
    Im Rückblick kann/darf/muss ich sagen, es hat uns gut getan.
    Ich hoffe, dass nichts passiert war zu Hause?!

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    1. Nein, war wirklich nichts passiert. 🙂
      Bei mir geht nichts kaputt – weil dann meine Phobie anspringt. Sollte es doch mal in meiner Nähe passieren habe ich ein grosses Problem.
      Mein Freund bevorzugt statt Geschirr Türen oder Tische… bearbeitet diese mit Fäusten und Tritten. 😉

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        1. Mein Freund? Doch leider ja, er hat eine cholerische Ader, die er von seinen Eltern mitbekommen hat. Etwas, was mir von Anfang an nicht gefallen hat, mir aber erst auch gar nicht so sehr auffiel. Vor den Kindern versucht er sich natürlich zusammenzureissen, aber wie das so ist, das fällt ihm sehr schwer. Aber weil ich immer wieder darauf bestanden habe (er meinte erst, das wäre normal, er sei temperamentvoll, kennt er ja nicht anders von seinen Eltern), arbeitet er wirklich hart an sich, damit es besser wird. Ab und zu passiert es dennoch, aber es ist schon weniger geworden.

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          1. Oh je, ganz offen gestanden und hoffentlich nicht wieder zu hart von mir ausgedrückt, aber das finde ich ganz ganz schlimm. Wut und Gewaltausbrüche, egal verbal oder körperlich in Anwesenheit von Kindern sind ein absolutes no Go!! Kinder können davon ein Leben lang traumatisiert sein, selbst, wenn es nicht gegen sie persönlich gerichtet ist und sie es nur „mitbekommen“.
            Sorry Kitty, aber das solltest du nicht zulassen!

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            1. Ich weiss das und darum hab ich mir Fransen an den Mund geredet, bis er endlich anfing, ernsthaft an sich zu arbeiten. Er tut es wirklich. Es ist nicht einfach für ihn, das zu merken. Wenn ich ihm schon sage, dass er anfängt, wütend zu werden, weil ich die kleinsten Anzeichen registriere, dann behauptet er noch von sich, dass er sich gut fühlt und gute Laune hat. Er merkt es einfach nicht und glaubt mir dann auch nicht. Kommt es dann doch dazu, dass er wütend wird, dann sagt er, dass ich mit Schuld habe, weil ich ihn dazu provoziert habe… er glaubt mir da nicht. Wobei, ich glaube, so langsam geht ihm da doch ein Lichtlein auf.
              Ich weiss, was man alles unbewusst von seinen Eltern bzw. den Erziehungsberechtigten mitbekommt. Daran zu arbeiten ist wirklich sehr schwer. Darum reflektiere und analysiere ich ja ständig – vor allem mich selbst… Er kann das (noch nicht) so gut.
              Was soll ich denn sonst machen??

              Da er nicht der leibliche Vater ist, sieht er natürlich bei mir auch noch einen Mutterbonus, was die Kinder betrifft. Und es hat lange gedauert, bis er begriffen hat (hoff ich zumindest), dass ich mich nicht vor die Kinder stelle und somit gegen ihn, sondern dass ich im Zweifel erstmal für den Schwächeren bin!! Und ich versuche trotz allem immer zu sehen, wer recht hat und nicht nur den Kindern recht zu geben, weil es meine Kinder sind… Man darf sich da auch nicht als Mutter in einen Konflikt reinziehen lassen. Sie müssen das auch selber machen dürfen, nur das fiel mir auch oft schwer.
              Traumatisiert wirken sie bisher nicht und ich habe auch immer offen darüber gesprochen, dass ich seine Art nicht gut finde und das das absolut nicht geht. Auch bei seinen Eltern nicht. Sie wissen das.

              *seufz* Deine Worte sind nicht zu hart, aber in Kombination mit dem anderen fühl ich mich schon wieder wie eine Rabenmutter. Die alles falsch macht… ihre Kinder traumatisiert… vielleicht nicht mal verdient… ich schreibe vielleicht wirklich zu viel… es macht mich grad total unglücklich, sorry…

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            2. Kitty BITTE… Ich versuche wirklich nur dir irgendwie zu helfen… Ich möchte dich nicht traurig machen, dir auch kein schlechtes Gefühl geben. Vielleicht manchmal auf Dinge hinweisen, die du selbst gar nicht mehr wahrnimmst… Nicht böse sein… Ich weiß wie sehr du kämpfst und ich weiß auch, dass du deine Kinder liebst und versuchst das Beste für sie zu tun.
              Nimm es nicht als hart an, was ich dir sage… Hmmm weisst du was?? Versuche es einfach als Training zu betrachten, als Vorbereitung beim Besuch beim Therapeuten, das könnte dir nämlich vielleicht helfen, das ganze besser durchzustehen. Auch dort werden viele unangenehme Dinge auf den Tisch kommen, die dir mit Sicherheit manchmal weh tun. 😦
              Ich möchte doch einfach nur, dass es dir gut geht und den Kindern…
              Was hat dich eigentlich an DIESEM Mann angesprochen? Ich meine, er ist cholerisch, du sooo zart sensibel….

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            3. Ich glaub, beim Therapeuten ist das aber eher „unter uns“ Der hat Schweigepflicht und wenn der mit was nicht umgehen kann, dann gehe ich halt. Aber hier im Blog bin ich oft auf der Grenze zum FKK-Erzählen. Ich ziehe mich seelisch gesehen aus, präsentiere meine Verletzlichkeit und bin so sehr angreifbar. Das weiss ich.
              Und ich musste mich schon vor Jahren mit einem Fetisch outen – aus Sicherheitsgründen – so dass ich das auch schon gelernt habe zu überwinden.

              Ich will nur nicht, dass wir wirklich so wie Familie Flodder wirken. Keiner wird hier geschlagen und auch die Türen und Tische sind nicht jeden Tag dran. Und seine cholerischen Anfälle hat er auch sehr reduziert. Ich hab nur das Gefühl, dass eine Komination aus Schlafmangel und überhandnehmender Existenzangst (und die ist inzwischen auf beiden Seiten vorhanden) das wieder erschwert, dass er sich im Griff hat.

              Das cholerische war damals nicht zu erkennen. Wir haben uns übers Schreiben kennengelernt. Haben uns über alles unterhalten können und festgestellt, dass wir beide spanking und Windeln mögen – nur jeder auf seine Art und Intensität. Auf Grund einer grösseren Entfernung haben wir die Beziehung als Fernbeziehung aufgebaut und wenn wir uns sahen, war es immer wie Urlaub. Da war alles noch sehr friedlich und schön. Da kam höchstens mal seine cholerische Ader durch, wo ich sie nicht erwartet hatte – wenn ich ihm einen Streich gespielt habe, der nur ein schönes Spiel provozieren sollte z. B.
              Auch die Telefonate waren schön. Ich liebte von Anfang an seine Telefonstimme (die persönliche vor Ort ist mir manchmal ein wenig laut, er hat ein lautes Organ, wenn er erzählt und dabei glücklich ist). Wir haben uns die Zukunft so schön und bunt vorgestellt, mit allem, wie es sein soll… und nicht so hart und steinig, wie es jetzt ist zur Zeit…

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            4. Nicht schlimm. Ich pass schon auf, dass ich nichts veröffentliche, das nicht in die Öffentlichkeit gehört. Es gibt ein paar wenige Personen, die sollten nicht lesen, was ich schreibe – zumindest sollten sie mich nicht erkennen…
              Ansonsten ist alles ok. 🙂

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            5. Und wenn du möchtest, dass ich dir nicht mehr schreibe, weil es dir zu viel wird, kannst du das natürlich auch sagen… Hilfe aufdrängen kann ich dir eh nicht und verletzen MÖCHTE ich gerade DICH sicher nicht ❤

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            6. Mich kann schnell mal was verletzen, das ist eher mein Problem. Ich bin oft übersensibel. Und ich will ja gar nicht, dass du mir nicht schreibst. Es tut mir ja gut. Ich kann durch dich reflektieren, du hast gute Denkansätze. Und solange uns beiden klar ist, dass ich manchmal verletzt werden kann, dann ist das doch ok. Also für mich. 🙂
              Und manchmal muss man mir Hilfe aufdrängen. 😉

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        2. Ähm, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es keine ganzen Salven sind, sondern nur vereinzelt mal ein Tritt gegen die Tür oder mit der Faust einmal auf den Tisch oder den Türrahmen etc.. dann stürmt er meist schon wutentbrannt weg…

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            1. Ich persönlich finde Geschirr werfen vor den Kindern nicht besser, weil es immer ein aggressives Verhalten darstellt, welches Kinder einfach nicht einordnen können.
              Wenn ihr alleine seid, kann es natürlich helfen Wut abzubauen. Aber tut es DIR weniger weh?

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            2. Dann ist ja gut. Ich finde aggressives Verhalten auch immer furchtbar. Wobei man immer wieder liest, man soll und darf es rauslassen und auch Kinder können lernen, dass man seine Gefühle zeigen darf. Die Frage ist wohl nur, in welchem Rahmen.
              Und ich versuche den Kindern immer beizubringen, auf den anderen einzugehen. Und wichtig ist für mich, dass sich Jeder entschuldigen kann und der andere die Entschuldigung annimmt – aber nicht zwangsläufig sofort, sondern wenn „es stimmt“, also ernst gemeint ist etc…

              Nein, mir tut das immer weh. Aber ich kenn das auch aus meiner Kinderzeit. Mein Opa konnte sehr cholerisch sein… dafür war auf weiblicher Seite die Tränen-Variante sehr beliebt. Ein Schema, das man auch erstmal erkennen und durchbrechen muss. Darum hasse ich es, wenn ich heule, wenn ich das Gefühl habe, es wirkt so, als wolle ich damit was erreichen. Ich kämpfe dann erstmal dagegen an…

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            3. Ich schätze, wir haben unser Temperament noch vor dem Umzug auf die Insel in den Griff bekommen.
              Dem gingen übrigens tage-, nächte-, wochenlange Gespräche voraus.
              Wollen wir das wirklich?
              Können wir das leisten?
              Was, wenn wir doch mal wieder Lust auf ein … urbanes Leben haben sollten (heute wissen wir, dass zumindest dieser Punkt unbegründet war…)
              Im Zuge dieser Gespräche kam auch der Berg an Porzellanscherben auf den Tisch, den wir bis dahin produziert hatten.
              Seitdem („Was wären wir für Idioten!“) herrscht – toi toi toi – Ruhe.

              Andersrum hätte es auch m. E. nie funktionieren können.

              Also, insofern ist die Insel nicht anders als Queen’s Gate, Friedrichshain oder Charlottenburg.

              Das Wichtigste war rückblickend betrachtet, dass wir endlich geredet hatten.

              Wie wir heute wissen, schont das nicht nur das Budget, sondern auch das Nervenkostüm…

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            4. Liebe Kitty, man kann egal wo nur dann wirklich entspannen, wenn das Umfeld stimmt. Und ob dieses Umfeld nun aus Palmen und Korallenbänken besteht oder aus einem Zelt am Gardasee oder der geführten Busrundtour durch die Perlen des Barock, das ist letztlich sch…egal.
              Die meisten bilden sich auch ein, an Weihnachten entspannen zu können. Das könnte gelingen, wenn man vorher darüber REDET, was denn „Entspannung“ für den einzelnen in der jeweiligen Situation bedeutet.
              Ich las vor einiger Zeit mal einen ganz interessanten Bericht, glaube im Guardian oder auf BBC, egal: in der EU ist die Hauptscheidungsursache nicht etwa Fremdgehen, sondern Urlaub und Weihnachten… Einfach nur, weil die Leute nicht mehr miteinander reden…

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            5. Dann scheint ihr jetzt so zufrieden mit euren Leben zu sein, dass es keinen Grund gibt, unausgeglichen zu sein und „auszuflippen“. Das trifft bei uns ja leider zur Zeit nicht zu. Wir müssen dringend da arbeitstechnisch was ändern und haben das auch vor. Das nimmt aber erstmal nicht den Stress. Reden würde also bei uns nicht helfen – denn das tun wir ja schon nun sehr lange (wie man im Blog ja verfolgen kann). Ich denke, bei ihm ist es Schlafmangel + Stress + Existensangst… das selbe bei mir, nur dass ich halt nicht anfange, Geschirr zu schmeissen oder etwas kleinzukloppen. Das ist einfach nicht meine Art…
              🙂

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            1. Bei Leuten, die mit Fäusten gegen Menschen gehen (egal, ob Partner, Kinder oder andere Menschen generell), frag ich mich das auch.
              Mit Fäusten gegen Möbel… naja, das ist Aggression und für mich gleichzusetzen mit Geschirrwerfen. Auch das ist ein Ausdruck von Aggression. 😉
              Ich mache beides nicht. Ich richte die Aggression gegen mich, was auch nicht normal ist – dessen bin ich mir bewusst und die Kinder bekommen das nicht mit!!

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