die vier Arten von Glück

Weil es hier jetzt im Blog schon so oft um Glück ging – mein persönliches, meine Ansprüche daran oder auch die Meinung anderer – hatte ich zuletzt nun überlegt, ob es nicht verschiedene Arten von Glück gibt. Ich dachte bei all den Diskussionen eben nicht an das Glück resp. Freude, was durch „normale“ Dinge ausgelöst wird, denn das habe ich natürlich auch. Mir gefallen viele normale Dinge und begegnen mir. Das sind flüchte Glücksmomente, aber die sind ok. Manchmal sind sie sogar recht stark. 🙂 Ich dachte aber mehr an das Glück, was man tief in sich drin spürt, kribbelnd flatternd warm… Endorphine halt… Und so googlete ich einfach mal und wurde sogar fündig. Wow! Viel Gehirnfutter. Ich picke mal das Wichtigste heraus, den Rest könnt ihr euch selbst durchlesen, ich werde es verlinken. Ganz unten habe ich dann noch eine detaillierte Liste aufgeschrieben von normalen bis ungewöhnlichen Dingen, die in mir besondere Glücksgefühle auslösen können. Aber nun erstmal zu dem, was Wikipedia, Dr. Eckart von Hirschhausen und der Philosoph Wilhelm Schmid dazu sagen.

Philosoph Wilhelm Schmid sagt also unter anderem:

Das Zufallsglück

  • Das Hauptmerkmal des Zufallsglücks ist, dass es nicht einfach verfügbar ist. Der Mensch kann einzig durch seine Haltung dazu beitragen: Dem Zufall mit Offenheit begegnen.
  • Im Nachhinein kann sich Glück als Unglück erweisen – und umgekehrt.

Das Wohlfühlglück

  • Einen Teil ihres Glücks suchen Menschen in positiven Erfahrungen oder guter Stimmung: Möglichst viel Lust und möglichst wenig Schmerz.
  • Solche Glücksmomente sind Augenblicke, die sich suchen und finden lassen.
  • Was sind persönliche Glücksmomente? Was sind die Bedingungen, die einen glücklich stimmen? Seien es Gespräche mit vertrauten Menschen, bewältigte Herausforderungen oder einfach Schokolade – all das lässt sich arrangieren.
    Übrigens: Die Vorfreude, das Verlangen und Begehren danach, halten meist länger an als der Genuss selbst.

Das Glück der Fülle

  • Dieses Glück ist umfassender und dauerhafter als das Zufalls- und das Wohlfühlglück; es ist das eigentliche philosophische Glück.
  • Ein Tag überbordender Fülle kann hundert leere und langweilige Tage aufwiegen. Erst die gesamte Weite der Erfahrungen zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt lässt einen das Leben voll und ganz spüren.
  • Die Kunst hierbei ist, sich der grundlegenden Tragik der Welt nicht zu entziehen, darin jedoch auch nicht unterzugehen – eine heitere Gelassenheit zu entwickeln und sich im Fluss von Wirklichkeit und Möglichkeit treiben lassen. Dabei lohnt es sich, zuweilen auch gegen den Strom zu schwimmen, um ein guter Schwimmer zu bleiben.

Das Glück des Unglücklichseins

  • Die Paradoxie des Glücks der Fülle liegt darin, dass ein Glücklichsein nur möglich ist, wenn das Unglücklichsein nicht ausgeschlossen wird.
  • Wichtig ist, der Melancholie Zeit einzuräumen, daneben aber den zu bewältigenden Alltag nicht vernachlässigen. Gewisse Dinge unhinterfragt zu erledigen ist heilsam, schon nur, um dem ausufernden Grübeln Einhalt zu gebieten.
  • Auch Erotik hilft mit kleinen Endorphinschüben, die Melancholie etwas auszutarieren, genauso wie die Pflege eines Gartens.

Dr. Eckart von Hirschhausen hat eine sehr schön anzusehende Homepage, reinschauen lohnt sich.

Dort findet ihr unten einen Glückskompass – wo er das Glück sogar auf 5 verschiedene Arten auf seine spezielle lustige Art erläutert. 🙂 Schmunzelhaft – ich zeig nur kurz was:

Glück der Fülle

  • kennen wir schon von oben… aber er schreibt es so schön:
  • Die überwältigenden Dinge des Lebens, über die man schwer schreibt, aber die das Leben erst vollständig machen. Stille, Natur, Musik. Glückseligkeit und Gänsehaut.

Glück der Gemeinschaft

  • Alles, was mit Liebe, Freundschaft und Familie zu tun hat. Es ist für die meisten das Herzstück des Glücks und das größte Tortenstück. Die wichtigste Quelle des Glücks – und des Unglücks.

Glück des Zufalls

  • ebenfalls schon bekannt… aber…
  • Der Einfluss äußerer Lebensumstände wird maßlos überschätzt.

Glück des Moments

  • Der Genuss. Wer nicht genießt, wird ungenießbar. Aber wenn etwas gut ist, ist mehr davon nicht unbedingt besser.
  • Genuss wird durch Intensität gesteigert, nicht durch Menge. Ein Glas Rotwein am Abend ist herrlich, drei Tetrapak über den Tag nicht.
  • Nichts gegen Sex, aber 24 Stunden am Tag?

Glück der Selbstüberwindung

  • Glück ist kein Schicksal, sondern die Summe meiner täglichen Gedanken und Handlungen.
  • Also aktiv werden! Anhaltende Zufriedenheit kommt nicht nur im Moment sondern auch hinterher, zum Beispiel nach konzentriertem Tun, dem FLOW.
  • Erfüllte, statt tot geschlagene Zeit.
  • Finden Sie Ihr Element!

Auch cool, was er über die 7 Dinge über das Glück schreibt, die man eigentlich schon wusste. 😀 :

  • Menschen sind gerne unglücklich. Offenbar lieben wir Schmerz, der nachlässt, mehr als neutrale Gefühle
  • Wir sind nicht auf der Erde, um glücklich zu sein. Das Ziel der Evolution war immer: Überleben. Glücksmomente sollen uns antreiben, unsere Überlebenschancen zu verbessern. Deshalb macht Essen Spaß. Deshalb macht Sex Spaß. (Einige erinnern sich.) Die Urmenschen, die nach Mammutsteak und Orgie glücklich über die Wiese liefen, hat der Säbelzahntiger gefressen. Von denen stammen wir nicht ab. Wir überleben, weil Glück vorbei geht und wir weiter dazu lernen. Kein Mensch ist dazu verdammt, dauerhaft glücklich zu sein. Das ist eine frohe Botschaft.
  • Kein anderer Mensch ist dafür da, um uns glücklich zu machen. Weil es Perfektion nicht gibt, wir sie aber trotzdem erwarten, halten wir den Partner, den wir womöglich gerade haben, fest – und suchen heimlich weiter.

  • Shit happens. Mal bist du die Taube, mal bist du das Denkmal. Glück kommt und geht. Unglück auch. Aber IM Unglück denken wir automatisch: Das bleibt jetzt für immer so
  • Go for Bronze! Bronze ist glücklich, denn er weiß: Richtig doof ist VIERTER…
  • Wenn du wirklich was für dich tun willst, tu was für andere. Sinnlichkeit miteinander zu teilen, macht mehr Spaß als alleine. Glück auch. Glück kann man sogar verschenken, ohne es selbst vorher gehabt zu haben! Lachen steckt an, also umgib dich mit lebensfrohen Leuten. Lache – und die Welt lacht mit dir. Schnarche und du schläfst allein!
  • Liebe dich selbst, dann können die anderen dich gern haben. Es ist normal, kein Supermodell zu sein. Und unter uns: Ich war schon mit solchen Top-Schönheiten in Talkshows eingeladen. Ich hab die vor und in der Maske gesehen. Und was da mit denen gemacht wird – dafür kommt jeder Gebrauchtwagenhändler in den Knast. Wie steht eine Frau vor dem Spiegel? Immer in Bewegung. Sie lässt nicht locker, bis sie was entdeckt, was nicht perfekt ist. Liebe Frauen, in dem einen Punkt könnt ihr was von uns Männern lernen. Wir zerfleischen uns nicht so mit Selbstkritik. Wie steht ein Kerl vor dem Spiegel? Frontal, regungslos und kurz. Und nach 2 Sekunden ist er mit sich im Reinen – passt schon. Mehr will er gar nicht wissen. Natürlich hat ein Mann irgendwann auch einen Bauchansatz. Aber kein Mann ist so doof, und dreht sich vor dem Spiegel ins Profil!

Also ich habe nach den letzten Sätzen ein fettes Grinsen im Gesicht und nicke. Ihr könnt wie schon geschrieben mehr auf seiner Seite lesen, ich hab einfach was rausgepickt.

Und zu guter Letzt noch meine wahrscheinlich ziemlich unvollständige Liste mit den Dingen, von denen ich denke, dass sie mich besonders glücklich machen – allein oder auch mit anderen zusammen. Wens interessiert, kann es ja mal überfliegen, aber wie schon geschrieben – es ist nicht vollständig!! (nicht, dass mir einer ankommt und sagt… wie, sooooo wenig Dinge? 😛 )

 

Tadaaa:

 

allein

  • Spaziergang mit Ziel, wenn es kein Muss ist oder zum Abreagieren dient
  • wenn meine Fingernägel geworden sind, wie wir uns das gewünscht haben
  • wenn ich meine Wimpern färben lassen durfte
  • wenn ich scheuen Tieren nahe kommen kann, ohne dass sie erschrecken (von der Katze über Spatz bis hin zu Schafen, Kühen oder Schmetterlingen
  • Wolken beobachten und überlegen, was man da sieht (ich seh immer was)
  • der erste Tag nach richtig hohem Fieber, wenn es schlagartig gesunken ist
  • wenn die Blase randvoll ist und man sich dann in eine gut sitzende bequeme Windel (Fetisch) erleichtern kann, ohne Angst haben zu müssen, dass was ausläuft oder einer was mitbekommt

 

mit anderen

  • mit den Kids kuscheln, wenn sie auch kuscheln wollen
  • in Ruhe Fotos draussen machen
  • in der Badewanne baden, wenn er das Wasser einlässt, mir im Bad Gesellschaft leistest und mir dann die Haare wäscht
  • wenn mir Jemand den Nacken massiert, ohne dass ich nachfragen musste
  • wenn mir Jemand den Kopf krault, ohne dass ich drum gebeten habe
  • wenn sich Jemand über ein Geschenk freut, das ich sorgfältig ausgesucht habe
  • wenn er mir sagt, er liebt mich/hat mich lieb und ich spüren kann, wie ernst er es meint
  • wenn Jemand sich über meine Witze amüsieren kann und die Augen dabei richtig strahlen und blitzen
  • wenn er mich an die Hand nimmt, um auf mich aufzupassen
  • schöne stressfreie Ausflüge als Familie machen
  • lecker Essen gehen
  • wenn ich ganz viel Zeit am Tag habe und dann morgens nach dem Frühstück so lange warten kann, bis sich sowohl Blase und Darm so sehr regen, dass ich es dann sehr eilig habe – das Gefühl ist unbeschreiblich!
  • ein heftiges Spanking, das mich zum Fliegen bringt (erst 1 oder 2 mal vor längerer Zeit gehabt)
  • verreisen (auch schon viele Jahre her)
  • vor ihm knien zu dürfen
  • ein Kuss auf den Scheitel

 

2 Kommentare

  1. Mit dem Gedanken habe ich mich beschäftigt als ich zufällig Francois Lelord „Hectors Reise“ verschlungen habe. Aber ich sollte mir auch mal Gedanken machen was mich glücklich macht. Ja das sollte ich.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s