Begegnungen

Ein schöner schneller Gang in der Mittagssonne, der Wind weht leicht, es ist nicht ganz so schön wie die letzten Tage. Dennoch fühle ich mich wohl und nehme mir einen neuen Weg vor, den ich gehen möchte. Zuerst gehe ich kurz in den Lidl, wo ich preiswert was zu Essen kaufen kann und habe dann an der Kasse hinter mir einen Mann stehen, den ich am Tag zuvor bei uns im Laden stehen hatte. Sehr nett. Ich grüsse ihn auch. 🙂

Dann geht es los, mal einen neuen Pfad laufen, treffe eine graue scheue Katze und suche nach schönen Motiven. Ich biege in die nächste Strasse ein und muss grinsen. Ein Haus auf der rechten Seite eines Gässchens wird gerade von aussen renoviert und es steht ein Gerüst daran. Gegenüber die dazugehörigen Arbeiter, zwei an der Zahl, die vor der Ladeklappe ihres Arbeitsfahrzeugs stehen und sich dort ihre Wurst schneiden und essen. Sie sehen mich und müssen auch grinsen. Fein.

Ich biege wieder ab in der festen Meinung, ich käme dann in einem Schlenker am Ausgangspunkt wieder an. Hatte ich schon erwähnt, dass ich einen Orientierungssinn wie ein Toastbrot habe? Zu meiner Entschuldigung kann ich vorbringen – es ist eine Sackgasse. Aber eine sehr schöne. Viele tolle Motive, aber keine Traute, das auch zu fotografieren, weil ich Angst hatte, es könnte einer schimpfen. Egal. Trotzdem sehr genossen. Also wieder zurückgelaufen und einen anderen Weg eingeschlagen.

Ich biege um die Ecke und höre schon Stimmen, da tritt vor mir wie aus dem Nichts eine Frau auf den Gehweg. Sie erschreckt sich etwas und meint, das hätte ja was geben können. Hier könne man ja zusammenkrachen. Die Frau ist älter als ich, aber hat eine sagenhafte Figur und eine tolle Ausstrahlung mit kurzen grauen Haaren, vielleicht so um die 50. Sie trägt eine sehr schicke alte Lederarzttasche, also vermute ich eine Ärztin zu sehen. Wer weiss. Während wir also ein paar Schritte nebenher gehen, unterhalten wir uns kurz und sie steigt in ein Auto. Bevor sie das aber tut, fragt sie mich, ob ich eine Schwester hier in [Stadt] hätte. Nein, nicht dass ich wüsste, sage ich und das war die Wahrheit. Genaugenommen weiss ich seit Jahren nicht mehr, wo meine Schwester ist. Sie ergänzt dann jedenfalls, ich würde Jemandem ähnlich sehen und die Stimme sich auch ähnlich anhören. Sie hat mich echt neugierig gemacht, aber ich traue mich nicht, nach dem Namen zu fragen aus Angst, dass ich auch von mir selbst mehr preisgeben müsste, als ich bereit bin. Wenn es meine Schwester tatsächlich in die Stadt gezogen hätte, wo ich seit ein paar Jahren wohne, dann wäre das wohl vorbestimmt und dann würden wir auch aufeinander treffen, wenn es sein soll. Davon bin ich überzeugt!

Jetzt aber muss ich noch ein paar Stunden durchhalten, dann ist endlich Wochenende!!

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